Hochzeit im Falkenstein Grand: Adriane und Franz
Adriane und Franz haben im Juni 2018 im Falkenstein Grand im Taunus geheiratet, oberhalb von Frankfurt. Ich bin Jon Pride, Hochzeitsfotograf aus der Lüneburger Heide, und habe den Tag von morgens um acht bis in die Nacht begleitet. Es war eine der Hochzeiten, bei denen von der ersten Nachricht an alles zusammenpasste — und eine, bei der ich ernsthaft überlegt habe, den kompletten Tag nur in Schwarz-Weiß abzugeben.






Wie fängt eine Hochzeit an, bei der alles passt?
Mit einem Abendessen, das eigentlich ein Kennenlernen sein sollte. Normalerweise telefonieren wir vorher, machen einen Videoanruf oder treffen uns in einem Café — je nachdem, wo das Paar gerade ist. Bei den beiden ergab es sich, dass sie einfach vorbeikamen.
Es war Sommer, ein schöner Abend, und ich fand: Nur ein paar Würstchen auf den Grill zu werfen macht dann auch keinen Sinn. Also habe ich das volle Geschütz aufgefahren. Datteln im Speckmantel. Ziegenkäse mit Blaubeere und Bacon auf Ciabatta als Vorspeise. Was es als Hauptgang gab, weiß ich heute nicht mehr — ich weiß nur, dass sie hinterher unbedingt die Rezepte wollten.
Damit war der Ton gesetzt. Vor allem mit Franz war ich sofort auf einer Wellenlänge, die Treiberin des Ganzen war aber Adriane. Am nächsten Tag stand der Termin fest.
Das Lustige daran erzählten sie mir erst Jahre später: Ich hätte damals immer innerhalb von zwei Minuten geantwortet. Das ist natürlich nicht der Standard — mal ist ein Shooting, mal ein privater Termin. In dem Fall saß ich zufällig jedes Mal genau dann am Rechner, wenn sie geschrieben haben. Ich glaube, das hat den Ton mitgesetzt.







Wie viel Kontrolle sollte man dem Fotografen überlassen?
So viel wie möglich, wenn man den Bildern ansehen will, dass niemand sich beobachtet fühlt. Adriane hat das an diesem Tag konsequenter gemacht als fast jedes andere Paar davor. Morgens um acht, vor allen Gästen: „Das ist Jon, das ist unser Fotograf. Er darf alles machen, wie er will. Und falls was ist, geht ihr zu ihm."
Damit hatte sie es komplett abgegeben, auch emotional. Wer alles kontrollieren will, kontrolliert am Ende auch die Kreativität — und die Bilder sehen dann genau danach aus. Hier war das Gegenteil der Fall, und es hat sich über den ganzen Tag getragen, bis in die Gäste hinein.








Warum sitze ich als Fotograf mit im Saal?
Weil ich möchte, dass die Gäste nicht wissen, ob ich Freund oder Fotograf bin. Ich sitze gerne mit im Hochzeitssaal, bei den Gästen — nicht als Dienstleister in der Ecke bei der Band oder beim DJ. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass am Abend noch Bilder entstehen, auf denen niemand posiert.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es zusätzlich so eine emotionale Hochzeit wird. Man kann heiraten und sich auf die Ehe freuen und das Ganze förmlich halten. Man kann es aber auch ganz anders machen. Die beiden haben sich auf diesen Tag gefreut, und man hat die Anspannung und die Vorfreude in der Luft gemerkt.








Warum fast alles in Schwarz-Weiß?
Weil jedes einzelne Bild dieser Hochzeit in Schwarz-Weiß funktioniert und dabei mehr erzählt. Ich habe kurz überlegt, den kompletten Tag nur so abzugeben — und ich glaube, die beiden wären damit glücklich gewesen. In Schwarz-Weiß geht der Blick vollständig auf die Emotion, die Farbe spielt nicht mehr mit.
Am Ende geht es aber nicht um meine Vorliebe, sondern um das Paar und darum, was es sich wünscht. Genau das macht den Beruf spannend: eine Hochzeit, die emotional und bildstark ist und einfach lebt, was sie fühlt.






Häufige Folgefragen
Fotografierst du auch außerhalb von Hamburg und der Lüneburger Heide?
Ja. Diese Hochzeit war im Taunus oberhalb von Frankfurt. Insgesamt sind es über 373 Hochzeiten in 12 Ländern auf 4 Kontinenten geworden — Anfahrt und Reisekosten rechne ich transparent ab.
Bekommt man die Bilder auch in Schwarz-Weiß?
Ja. Ein großer Teil jeder Galerie ist ohnehin Schwarz-Weiß, weil manche Momente in Farbe weniger erzählen. Hier habe ich überlegt, den ganzen Tag nur so abzugeben.
Muss ich meinen Gästen sagen, dass ein Fotograf dabei ist?
Es hilft sehr. Adriane hat mich morgens um acht allen vorgestellt und gesagt, dass ich alles darf. Danach war ich für die Gäste kein Dienstleister mehr — und genau das sieht man den Bildern an.
Wie schnell antwortest du auf eine Anfrage?
So schnell es geht, aber ehrlich: nicht immer in Minuten. An Shooting-Tagen kann es dauern. Tagelang wartet bei mir aber niemand auf eine erste Rückmeldung.
Stand: 29. August 2026

