Jon Pride Anfragen
Die Hochzeitsfibel · Kapitel 7

Gäste, Kinder und Handykameras

Bittet eure Gäste, während der Trauung die Handys wegzulassen — und für den Rest des Tages nicht. Zwanzig Minuten ohne Bildschirme kosten niemanden etwas und ersparen euch Bilder, auf denen die halbe erste Reihe hinter einem Handy verschwindet. Danach fotografieren ohnehin alle, und das gehört dazu. Ich bin Jon Pride, Hochzeitsfotograf aus der Lüneburger Heide; dieses Kapitel handelt von den Menschen, die an eurem Tag außer mir noch eine Kamera dabeihaben.

Warum die Trauung die Ausnahme ist

Bei allen anderen Momenten kann ich mich bewegen. Bei der Trauung nicht: Ihr steht vorn, ich stehe seitlich, und was zwischen mir und euch ist, bleibt im Bild. Ein ausgestreckter Arm mit Handy in der ersten Reihe steht genau dort, wo euer Vater sitzt.

Dazu kommt das Bild, das ihr später ansehen werdet: Auf einer unplugged Trauung schauen euch fünfzig Menschen an. Auf der anderen schauen fünfzig Menschen auf ein Display.

Wie man es sagt, ohne streng zu wirken

Am besten sagt es nicht ihr, sondern die Person, die traut. Ein Satz vor dem Einzug reicht:

„Steckt die Handys weg und seid einfach dabei — die Bilder macht heute jemand anderes."

Aus dem Mund des Trauredners ist das eine Bitte, aus eurem eine Regel. Ein Schild am Eingang tut es auch, wirkt aber selten so gut wie ein gesprochener Satz im richtigen Moment.

Gäste, die keine Bilder von sich wollen

Gibt es auf fast jeder Hochzeit, und es ist völlig in Ordnung. Sagt es mir vorher, mit Namen — dann fotografiere ich so, dass diese Person nicht im Mittelpunkt steht. Ganz vermeiden lässt es sich auf einer Feier nicht, aber es macht einen großen Unterschied, ob ich es weiß oder erst hinterher erfahre.

Dasselbe gilt in die andere Richtung: Wenn jemand unbedingt aufs Bild soll — die Großmutter, die selten dabei ist —, sagt es mir. Ich rate es sonst.

Kinder sind die besten Gäste

Weil sie als Einzige nicht daran denken, wie sie aussehen. Ich fotografiere sie genauso wie alle anderen: aus der Distanz, ohne Anweisungen, und meistens dann, wenn sie gerade etwas tun, das nicht im Ablaufplan steht.

Bei der Veröffentlichung bin ich mit Kindern zurückhaltender als mit Erwachsenen. Wenn die Eltern nicht wollen, dass ihr Kind auf meiner Seite auftaucht, ist das eine Ansage und keine Diskussion.

Die Bilder eurer Gäste einsammeln

Ein Hashtag lohnt sich selten — was ihr wollt, sind die Bilder, nicht die Suchfunktion. Zuverlässiger ist ein geteilter Ordner oder eine Sammel-App, deren Link auf den Tischkarten steht. Was dort landet, ist unscharf und schief und zeigt trotzdem Dinge, die ich nicht gesehen habe, weil ich gerade woanders stand.

Das ist kein Widerspruch zu meiner Arbeit, sondern die Ergänzung: Ich liefere den Tag, wie er aussah. Eure Gäste liefern, wie er sich für sie angefühlt hat.

Häufige Folgefragen

Sollen wir eine unplugged Trauung machen?

Für die Trauung: ja, in den allermeisten Fällen. Zwanzig Minuten ohne Handys kosten niemanden etwas und ersparen euch Bilder, auf denen die Hälfte der Gäste hinter einem Bildschirm verschwindet. Für den Rest des Tages lohnt sich die Strenge nicht — da fotografieren alle, und das ist auch gut so.

Wie sagt man das den Gästen, ohne unhöflich zu wirken?

Am besten sagt es nicht ihr, sondern die Person, die traut. Ein Satz reicht: „Steckt die Handys weg und seid einfach dabei — die Bilder macht heute jemand anderes.“ Aus dem Mund des Trauredners ist es eine Bitte, aus eurem eine Regel.

Was ist mit Gästen, die keine Fotos von sich wollen?

Sagt es mir vorher, mit Namen. Ich fotografiere dann so, dass diese Person nicht im Mittelpunkt steht — ganz vermeiden lässt es sich auf einer Hochzeit nicht, aber es macht einen grossen Unterschied, ob ich es weiss oder nicht.

Wie fotografierst du Kinder auf einer Hochzeit?

Gar nicht anders als Erwachsene: aus der Distanz und ohne Anweisungen. Kinder sind die dankbarsten Gäste, weil sie als Einzige nicht daran denken, wie sie aussehen. Wenn die Eltern keine Veröffentlichung wollen, sagt es mir — bei Kindern gehe ich ohnehin zurückhaltender damit um.

Lohnt sich ein Hashtag für die Gästebilder?

Selten. Was ihr wirklich wollt, sind die Bilder, nicht die Suchfunktion — und die bekommt ihr am zuverlässigsten über einen geteilten Ordner oder eine Sammel-App, deren Link auf den Tischkarten steht.

Jon Pride, Hochzeitsfotograf
Jon Pride
Hochzeitsfotograf, Lüneburger Heide & Hamburg

Fotografiert seit 2009 Hochzeiten, über 373 begleitet in 12 Ländern auf 4 Kontinenten. 8 Fearless Awards und 6 Brautfoto Awards.

Stand: 30. August 2026