Nach der Hochzeit: Bearbeitung, Galerie, Album
Eine kleine Vorschau bekommt ihr oft schon wenige Tage nach der Hochzeit, die vollständige Galerie in der Regel innerhalb weniger Wochen — passwortgeschützt, in voller Auflösung, zum Herunterladen. Dazu fünfzehn gedruckte Abzüge. Die meiste Zeit geht dabei nicht in die Bearbeitung, sondern in die Auswahl: Aus mehreren tausend Aufnahmen wird das, was den Tag erzählt. Ich bin Jon Pride, Hochzeitsfotograf aus der Lüneburger Heide, und dieses Kapitel beschreibt, was zwischen dem letzten Tanz und eurer Galerie passiert.
Warum die Auswahl länger dauert als die Bearbeitung
An einem ganzen Hochzeitstag entstehen mehrere tausend Aufnahmen. Davon sind viele technisch einwandfrei und trotzdem überflüssig — drei fast gleiche Bilder derselben Umarmung, zwei Varianten desselben Blicks. Meine Arbeit besteht zum größeren Teil daraus, sie wegzulassen.
Das ist auch der Grund, warum eine größere Bildzahl kein Qualitätsmerkmal ist. Achthundert Bilder, in denen vierhundert dasselbe zeigen, sind schlechter als vierhundert, bei denen jemand die Entscheidung übernommen hat. Ihr sollt euren Tag ansehen, nicht ihn noch einmal sortieren.
Was Bearbeitung heißt — und was nicht
Bearbeitung heißt bei mir: Helligkeit, Kontrast, Farbstimmung, Bildschnitt, gelegentlich ein störendes Detail am Rand. Ein Kabel, ein Ausgangsschild, ein vergessenes Sektglas.
Bearbeitung heißt nicht: Körper verändern, Gesichter glätten, Menschen einfügen oder entfernen, die da waren. Wenn euch am Hochzeitstag etwas an euch selbst stört, sprecht mich an — dann löse ich das über Perspektive und Licht, nicht hinterher am Rechner.
Und sie heißt nicht: künstlich erzeugte Bilder. Was in eurer Galerie liegt, ist an eurem Tag passiert.
Die Galerie ist eine Übergabe, kein Archiv
Ihr bekommt eine private Online-Galerie mit Passwort, aus der ihr alles in voller Auflösung herunterladen könnt. Sie bleibt lange online — länger, als die meisten Paare brauchen.
Trotzdem der wichtigste praktische Rat dieses Kapitels: Ladet die Bilder herunter und legt sie an zwei getrennte Orte. Eine Festplatte und ein Cloud-Speicher, oder zwei Festplatten an zwei Adressen. Kein Anbieter der Welt garantiert, dass es ihn in zwanzig Jahren noch gibt — und der einzige Zeitpunkt, an dem alle Bilder eurer Hochzeit an einem Ort liegen und ihr Zeit habt, ist der Moment, in dem die Galerie ankommt.
Was ihr mit den Bildern dürft
Alles Private: drucken, verschenken, posten, an die Eltern schicken. Eine Namensnennung freut mich, Pflicht ist sie nicht. Was nicht geht, ist die gewerbliche Weitergabe oder der Verkauf.
Umgekehrt gilt: Ausgewählte Bilder zeige ich als Referenz — hier auf der Seite, auf Instagram, in einem Bericht. Wollt ihr das nicht, sagt es vorher; wir halten es im Vertrag fest, und dann ist es erledigt. Die Frage gehört ins Gespräch, nicht ins Kleingedruckte.
Das Album: das einzige Format ohne Passwort
Ein gedrucktes Album ist das einzige Format, das eure Enkel öffnen können, ohne ein Dateiformat, ein Konto oder ein Passwort zu brauchen. Je nach Paket ist es dabei, sonst auf Wunsch.
Ein Rat aus der Erfahrung: Macht das Album zeitnah. Die Paare, die es nach der Galerie „irgendwann" angehen wollten, haben es meistens nicht mehr gemacht — nicht aus Desinteresse, sondern weil das Leben weiterging.
Was passiert, bevor ihr überhaupt etwas seht
Bevor ihr das erste Bild seht, ist das Wichtigste schon passiert: Die Aufnahmen eures Tages liegen mehrfach gesichert an getrennten Orten, und keine Speicherkarte wird gelöscht, bevor das erledigt ist. Das ist der unspektakulärste Teil meiner Arbeit und der, bei dem ein Fehler nicht zu reparieren wäre.
Danach folgt die Auswahl, dann die Bearbeitung, dann die Galerie. Die Vorschau nach wenigen Tagen ist übrigens kein Marketing, sondern Notwehr: Sonst fragt ihr nach drei Tagen, und ich verstehe es.
Häufige Folgefragen
Wie lange dauert die Bearbeitung wirklich?
Eine Vorschau bekommt ihr oft schon wenige Tage nach der Hochzeit, die vollständige Galerie in der Regel innerhalb weniger Wochen. Der Grossteil der Zeit geht nicht in die Bearbeitung, sondern in die Auswahl: Aus mehreren tausend Aufnahmen wird das, was den Tag erzählt.
Warum bekommen wir keine RAW-Dateien?
Weil ein RAW kein Bild ist, sondern das Rohmaterial dafür. Ihr bekommt fertig bearbeitete Bilder in voller Auflösung und ohne Wasserzeichen, privat frei verwendbar. Die Bearbeitung ist Teil der Handschrift, für die ihr mich bucht.
Dürfen wir die Bilder auf Instagram posten?
Ja, alle. Schön ist eine Namensnennung, Pflicht ist sie nicht. Was ihr nicht dürft, ist die Bilder gewerblich weitergeben oder verkaufen — das steht so auch im Vertrag.
Wie lange bleibt die Galerie online?
Lange genug, dass ihr in Ruhe herunterladen könnt, und länger als die meisten es tun. Ladet die Bilder trotzdem herunter und legt sie an zwei Orte. Eine Online-Galerie ist eine Übergabe, kein Archiv.
Bekommen wir die Bilder auch gedruckt?
Fünfzehn Abzüge eurer schönsten Bilder sind dabei. Ein Album gibt es je nach Paket dazu oder auf Wunsch — und ein gedrucktes Album ist das einzige Format, das eure Enkel ohne Passwort und ohne Dateiformat öffnen können.
Was passiert, wenn eine Speicherkarte kaputtgeht?
Deshalb existiert jede Aufnahme von Anfang an mehrfach und an getrennten Orten. Gelöscht wird eine Karte erst, wenn das gesichert ist. Ein Kartenausfall kostet mich Nerven, aber keine Bilder.

